Subscription models of the future

Abo-Modelle der Zukunft

Wie k├Ânnen Verlage den individuellen W├╝nschen der Leser entgegenkommen?

Abo-Modelle waren Jahrzehnte lang ein altbew├Ąhrtes Mittel in der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche ÔÇô bis zur Einf├╝hrung des iPhone vor zehn Jahren. Seitdem k├Ąmpfen Verlage und Medienh├Ąuser zunehmend mit sinkenden Abonnenten-Zahlen. Dazu kommt eine Verteilung der wenigen Leser auf viele Nischen-Zeitschriften.
Paradoxerweise erleben Abo-Modelle in Branchen, wie Film, Musik und im Einzelhandel, enorm an Bedeutung. Es dr├Ąngen sich folglich die Fragen auf, was machen die neuen Platzhirsche im Abo-Sektor anders? Und was k├Ânnen Verlage und Medien besser machen, um zuk├╝nftig Leser zu sichern? Wir versuchen das Geheimnis zu l├╝ften und Ihnen Anregungen f├╝r Ihre Abo-Modelle zu geben.

Ein Vergleich mit Spotify, Netflix und Co. lohnt sich

Die Film- und Musikindustrie bekam durch Streaming-Dienste wieder Aufwind. Und auch Abo-Modelle aus dem Einzelhandel, von geb├╝gelten Hemden bis Rasierklingen, finden zunehmend Abnehmer. Der Grund daf├╝r ist einfach: es herrscht eine gro├če Angebotsvielfalt, die zum Teil auch ├╝berfordern kann. Der Wunsch einen geregelten und ├╝berschaubaren Zugang zu seiner favorisierten Musik oder Serie zu haben, konkurriert mit dem Reiz etwas Neues ausprobieren zu wollen. Beides bieten solche Abo-Modelle.
Viele Nutzer profitieren von deren flexiblen Accounts, die unabh├Ąngig vom Ger├Ąt, Zugang zu den eigenen Inhalten erm├Âglichen.
Dazu vermitteln Sie den Nutzern Ungebundenheit mittels flexibler Laufzeiten und K├╝ndigungsfristen. Und dabei sind die monatlichen Beitr├Ąge ├╝berschaubar und durch Familien- und Freunde-Accounts, sogar regelrecht billig. Zudem k├Ânnen die Accounts mit nur einem Klick erweitert oder gek├╝ndigt werden.
Kein Wunder, dass die Leser sich einen solchen Service auch von Print-Abos w├╝nschen.

Fakten aus aktuellen Studien

Auf Basis des Digital News Report 2023 des Reuters Institute und der Media & News Studien des Pew Research Center wurden die Erwartungen der Leser an Print- und Digitalabonnements umfassend untersucht. Die Ergebnisse basieren auf Umfragen unter tausenden Befragten weltweit und bieten wertvolle Einblicke in aktuelle Trends und Bed├╝rfnisse.

Die Studien identifizieren mehrere Hauptgr├╝nde f├╝r die K├╝ndigung von Abonnements: abnehmendes Interesse am Produkt (25 %), zu teure und selten genutzte Abos (22 %), das Auslaufen von Einf├╝hrungsangeboten (20 %) und zu wenig Zeit zum Lesen (18 %). Diese Faktoren zeigen, dass Leser Abonnements kritisch betrachten und ihre Nutzung genau abw├Ągen.

Weitere wichtige Erkenntnisse betreffen die Erwartungen an Abonnements: Leser w├╝nschen sich einen unbegrenzten Zugang zu normalen und exklusiven Inhalten sowie die Verf├╝gbarkeit der Magazine auf verschiedenen Ger├Ąten wie Laptops und Smartphones ohne zus├Ątzliche Kosten. Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Leser und der Realit├Ąt vieler aktueller Abo-Modelle.

Dennoch bietet der Abo-Markt erhebliches Potenzial. Laut den Studien k├Ânnen sich 45 % der Befragten vorstellen, in Zukunft ein Zeitschriften-Abo abzuschlie├čen, vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen werden erf├╝llt. Diese umfassen eine p├╝nktliche Lieferung, einen g├╝nstigen Preis im Vergleich zum Einzelkauf, flexible Lauf- und K├╝ndigungsfristen sowie zus├Ątzliche Pr├Ąmien w├Ąhrend der Abo-Laufzeit.

Diese aktuellen Studienergebnisse bieten konkrete Hinweise darauf, wie zuk├╝nftige Abo-Modelle gestaltet werden k├Ânnen, um den W├╝nschen und Bed├╝rfnissen der Leser besser gerecht zu werden. Einige dieser Ans├Ątze lassen sich sicherlich auch f├╝r Ihre Abonnements anwenden.

Optionen f├Ârdern Individualit├Ąt: Print & digital

Ihre Leser sollten sich nicht entscheiden m├╝ssen, zwischen Print und digital. Bieten Sie Ihre Print-Abos einfach immer in Kombination mit digitalen Ausgaben an sowie ein reines digitales Abo, f├╝r mobile oder umweltbewusste Leser. Mittels Magazin-Apps und Freischaltcodes oder eigene Leser-Accounts lassen sich Kombi-Abos gut handeln.

Eine weitere M├Âglichkeit ist ein Print-on-Demand-Abo. Mit diesem k├Ânnen im Rahmen eines Digital-Abos einzelne Ausgaben als Print-Exemplar nachbestellt werden. Zusatzkosten k├Ânnen ├╝ber monatliche Rechnungen abgebucht werden oder Sie kalkulieren einen festen Preis f├╝r diese Abo-Kombination.

digital und print lesen├ťberlassen Sie Ihren Lesern die Wahl, ob sie digital oder analog lesen m├Âchten.

Themenverwandte Kombi-Abos

Nicht nur die Form kann ein Abo bestimmen, sondern auch der Inhalt. Wie w├Ąre es mit einem Paket aus themenverwandten oder Sortiment bezogenen Zeitschriften? Ein Publikumsverlag kann so drei Koch-Magazine in einem Paket anbieten, f├╝r einen g├╝nstigeren Preis versteht sich. Eine Alternative w├Ąre ein Duo-Abo f├╝r P├Ąrchen mit zwei Zeitschriften aus dem Sortiment: eine ÔÇ×GQÔÇť f├╝r ihn und eine ÔÇ×GlamourÔÇť f├╝r sie.

Mehrfach-Accounts f├╝r ein Magazin

Vermutlich jede WG und jeder j├╝ngere Freundeskreis teilt sich ein Netflix-Premium-Account: f├╝nf Zug├Ąnge f├╝r 14 Euro monatlich, unschlagbar! Das hei├čt nicht, dass Sie Ihre Magazine unter Wert verkaufen sollen, sondern lediglich einen leichteren Zugang erm├Âglichen. Eine klassische Print-Zeitschrift wird in den meisten F├Ąllen von mehreren Personen in der Familie oder WG gelesen. Warum nicht auch digital mehrere Zug├Ąnge von unterschiedlichen Ger├Ąten auf das Magazin freigeben?
Sie profitieren dabei von zus├Ątzlichen Lesern, die wom├Âglich langfristig auf eigene Abonnements umsteigen.

Flexibilit├Ąt und K├╝ndigungsfristen

Auch wenn Ihnen lange Vertragslaufzeiten und K├╝ndigungsfristen Planungssicherheit verschaffen, m├Âchten sich nicht alle Leser l├Ąngerfristig an ein Abonnement binden. Sei es aus Zeit-, Kosten- oder Bequemlichkeitsgr├╝nden ÔÇô darauf sollten Sie reagieren. Bieten Sie monatliche K├╝ndigungsfristen und Laufzeiten an, die bequem ├╝ber einen Online-Account, und ├╝ber Ihren Leser-Service verwaltet werden k├Ânnen.
Auch ein Pausieren eines Abos, zum Beispiel w├Ąhrend des Urlaubs, r├Ąumt den Kunden mehr Freir├Ąume ein. Sie werden sehen, das Gef├╝hl der Ungebundenheit weckt die Neugier und die Experimentierfreudigkeit der Leser. Sie profitieren dadurch von zufriedenen Lesern, die Sie dank Service und Ihrer Inhalte auch langfristig ├╝berzeugen.
Wenn Sie die M├Âglichkeiten dazu haben, schauen Sie sich auch die Bezahlmethoden f├╝r Ihre Abonnements an. Bieten Sie auch hier gen├╝gend Auswahl?

lesendes P├Ąrchen

Mit Mehrfach-Accounts k├Ânnen die Leser auf mehreren Ger├Ąten gleichzeitig lesen.

Test- und Probe-Abos ÔÇô der Weg zum Stammleser

Viele Verlage bieten bereits Probe-Abos oder ein Gratis-Heft zum klassischen Anf├╝ttern zuk├╝nftiger Leser und Abonnenten an. Werben Sie mit solchen Angeboten gezielt bei bestehenden Abonnenten. Denn die meisten Verbraucher h├Âren auf Tipps und Empfehlungen von Freunden, Familie und Experten, bevor sie etwas kaufen oder nutzen. Ein Freunde-werben-Freunde-Abo oder eine kostenlose Probe-Ausgabe, schaffen Anreize f├╝r Leser Ihr Magazin weiterzuempfehlen. Mit einer Magazin-App ist das Freischalten einzelner Ausgabe unkompliziert.

Flatrate-Lesen im Abo

Anbieter wie Readly oder Amazon Prime Reading haben die Konzepte von Spotify und Netflix komplett in die Welt des Publishings ├╝bertragen. Sie bieten Lesern gegen eine monatliche Geb├╝hr eine Vielzahl an Magazinen unbegrenzt zum Lesen an. Was f├╝r den Leser reizvoll klingt, ist f├╝r Verlage durch eine hohe Revenue Share, Abrechnung nach gelesenen Seiten oder Pauschalbetr├Ągen, finanziell selten rentabel.
Wenn Sie Ihren Leser zuk├╝nftig einer gr├Â├čeren Magazin-Auswahl f├╝r einen akzeptablen Preis bieten m├Âchten, k├Ânnen Sie auf eine eigene Kiosk-App zur├╝ckgreifen. Bieten Sie daf├╝r Ihr gesamtes oder eine Auswahl Ihres Zeitschriftensortiments in einer App an, auf das Ihre Leser f├╝r einen monatlichen Beitrag zugreifen k├Ânnen. Der Vorteil gegen├╝ber Fremdanbietern sind ein hauseigenes Produkt im eigenen Design ohne zus├Ątzliche finanzielle Abgaben und ohne Konkurrenz-Anbieter. Auch der Aufbau, die Kategorisierung und die Preise bestimmen Sie dabei.

Finden Sie Ihre individuelle L├Âsung

Einen rundum Service zu einem g├╝nstigen Preis anzubieten, ist im Verlags- und Medienwesen aufgrund des Werts der Inhalte ein schwieriges Thema. Keiner m├Âchte Inhalte mit viel Recherche-Aufwand, Kreativit├Ąt und Denkarbeit kostenlos oder unter Wert verkaufen. Die ver├Ąnderte Mediennutzung und der Wunsch der Leser nach abwechslungsreichen Inhalten, erfordern jedoch ein Nach- und Umdenken. Und umso flexibler und vielseitiger Angebote und Abo-Modelle sind, desto mehr Leser werden sie nutzen. Spielen Sie f├╝r sich einfach verschiedene m├Âgliche Abo-Modelle durch und probieren Sie, wie Ver├Ąnderungen bei den Lesern ankommen.

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